Aktuelle Ausstellungen
Leise Spuren, laute Bilder. Zeit. Kontinuität. Wandel.
Vernissage:
Freitag, 04.09. 18 – 24 Uhr
LNDB Ausstellungseröffnung mit Werkstatt Öffnung/Workshop, Musik (DJ)
Zum 50-jährigen Jubiläum des Studio Bildende Kunst zeigen acht Künstler*innen Arbeiten zu Erinnerung, Transformation und den Spuren der Zeit.

Seit 50 Jahren ist das Studio Bildende Kunst ein Ort für Kunst, Begegnung und kulturellen
Austausch. Dieses Jubiläum nehmen wir zum Anlass, und zeigen Arbeiten von 8 Künstler*innen, die sich mit dem Thema Zeit auseinander gesetzt haben.
Was bleibt über Jahre und Jahrzehnte bestehen? Was verändert sich? Welche Spuren
hinterlassen Menschen, Ereignisse und gesellschaftliche Entwicklungen? Zwischen Kontinuität und Wandel eröffnet das Thema vielfältige Perspektiven auf Erinnerung, Vergänglichkeit,
Transformation und Zukunft.
Teilnehmende Künstler:
Silvia Cogo, Katja Fedulova, Elisa Haug, Taisiia Kravchenko, Gaia Nieri, Danai Puyguiraud, Naelle Semmoudi oder Anne Ullrich
Ausstellungszeitraum: 05.-30.09.2026
Eintritt frei
Im Rausch der Jugend – Große Farbradierungen
Vernissage: 02.Oktober 18 – 20.30 Uhr Katja Fedulova
Ausstellungszeitraum: 03.- 26.10.26
Die Ende der 1990er Jahre entstandenen Farbradierungen spiegeln die Energie, Experimentierfreude und emotionale Intensität der Jugend wider. Sie erzählen von Liebe, Sehnsucht, Naivität und den Höhen und Tiefen früher Beziehungen – vom Warten und Hoffen bis zur ersten Trennung und der Angst vor dem Scheiter. Die Künstlerin bezeichnet diesen Zustand als “Liebesschlafwandeln” und hält ihn in rohen, farbigen, schriftreichen Bildern zwischen Tagebuch und Bekenntnis fest.

Die hier gezeigten Farbradierungen sind Ende der 1990er Jahre entstanden – in einer Zeit, in der ich noch nah an jenem Rausch war, den man Jugend nennt. Damals nannten mich meine Kommiliton:innen an der Muthesius- Hochschule „Kamikaze-Katja“ – wegen meiner Experimentierfreude und wohl auch, weil ich einen leicht durchgedrehten Ruf hatte. Diese Radierungen tragen genau diese Energie in sich.
Es sind Bilder über die Liebe, über Naivität und die Hoffnung auf ein Happy End – und über ihren Ausnahmezustand: das Warten am Telefon, das morgendliche Aufbrezeln, um zu beeindrucken, die Panik zu scheitern, die erste Trennung und das immer wiederkehrende unsichere „er liebt mich – er liebt mich nicht“. Über Körper und Sehnsucht, über die junge Frau, die träumt und dabei den Boden unter den Füßen verliert, um dann wieder bodenständiger zu werden – was uns nicht tötet, macht uns stärker.
Ich nenne diesen Zustand Liebesschlafwandeln: das Hin- und Hergerissensein zwischen Euphorie und Erschöpfung, das die frühen Beziehungen prägt. Die Radierungen halten ihn fest – roh, farbig, mit Schrift durchsetzt, halb Tagebuch, halb Bekenntnis. Was bleibt, ist der Blick zurück: nicht nostalgisch, sondern als Bestandsaufnahme dessen, was uns damals zu Füßen lag.
